
Vom 6. bis 9. Juni findet im Stoffelhäusl in St. Gertraudi die Sonderausstellung „Nackte tatsachen“ statt. Gezeigt werden rund 200 historische Aktfotografien aus der Zeit von 1845 bis 1925. Die Ausstellung wird am Freitag, 6. Juni, um 19 Uhr mit einer Lesung von Ludwig Dornauer – begleitet von Grammophonmusik – eröffnet und ist an den Folgetagen jeweils von 18 bis 22 Uhr geöffnet.
Der Akt, der unbekleidete menschliche Körper, ist seit Erfindung der Fotografie ein zentrales Thema und Motiv in diesem Medium. Die Ausstellung „Nackte Tatsachen“ im Stoffelhäusl in Tirol visualisiert die lange Historie der Aktfotografie.
Facettenreich präsentiert die Ausstellung das Körperbild, die sich zwischen
1845 und 1925 veränderten Darstellungsformen sowie das gewandelte Körper- und
Geschlechterverständnis. Daguerreotypien, die seit den 1840er Jahren in Paris
entstanden, bilden den Anfang der Aktfotografie.
Die fotografischen „Akademien“, die, meist auf einem Abzug ein Modell von
unterschiedlichen Seiten in verschiedenen Positionen wiedergaben, waren für
viele Künstler ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine preiswerte
Studienvorlage.
Die Zeit um 1900 gilt heute als eine Ära von Verspannung, Prüderie und Körperfeindlichkeit. Doch es war auch die Epoche, in der die Moderne begann. Die Menschen befreiten sich von Konventionen und entwickelten ein neues Verhältnis zu ihrem Körper. Kehrt zur Natur zurück!, lautete die Parole der Lebensreform-Bewegung. Was auch hieß: Zieht euch aus!



